Kongo - Hintergrund

Kindu
Kindu ist die Hauptstadt der Provinz Maniema im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die stark unter den Kriegen zwischen 1994 und 2003 gelitten hat. Insgesamt fünf Jahre lang sind große Teile Kindus von verschiedenen Rebellentruppen besetzt gewesen. Trotz einer Größe von über 200.000 Einwohnern ähnelt der größte Teil Kindus einem großflächigen Buschdorf. Nur in der Innenstadt gibt es einige Straßenzüge mit teils mehrstöckigen Gebäuden aus Stein, vielen Geschäften und dem noch geschäftigeren Markt. In diesem Bereich liegt auch die Universität von Kindu, sowie einige ihrer Ableger.
Die Armut in Kindu ist sehr hoch. Die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 36% und die Infrastruktur ist extrem schlecht. Erreichbar ist Kindu nur per Flugzeug oder mit dem alten Dieselzug von Lubumbashi, der für die Strecke ca. einen Monat braucht, also länger als ein Fahrrad. Geteerte Straßen gibt es nicht und die bestehenden Straßen sind nach spätestens 50-100 Kilometern wegen zerstörter Brücken für größere Fahrzeuge unpassierbar. Die schlechte Erreichbarkeit macht alle nicht lokal produzierten Waren sehr teuer. Noch immer ist ein großer Teil der Einwohner unterernährt. Zudem gibt es in Kindu kein Stromnetz und kein Wasserversorgungssystem, was die Lebensumstände in vielen Bereichen erschwert.

Generelle Bildungssituation
Die Bildungssituation im Kongo ist nicht optimal, aber auch nicht die schlechteste im Subsahara-Afrika. Mit einer Alphabetisierungsrate von 65,5% in 2003 liegt der Kongo weit über Ländern wie Mali oder Niger. Die Zahl der an den sieben staatlichen Universitäten des Landes eingeschriebenen Studierenden wird aktuell auf 27.166 geschätzt (bei einer Gesamtbevölkerung von 62 Millionen).
Es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass die Alphabetisierungsrate im vom Bürgerkrieg stark betroffenen Osten des Landes sehr viel niedriger ist. Zudem ist der Zugang zu höherer Bildung ein Privileg der Macht- und Geldelite, die hauptsächlich in Kinshasa (und Lubumbashi) vertreten ist. Da ein Studium relativ zum Durchschnittseinkommen sehr teuer ist, haben die meisten KongolesInnen auch bei guten schulischen Leistungen keinen Zugang zur Universität. Der Ausschluss der sozial schwächeren Bevölkerung von höherer Bildung wird allgemein als sehr negativ für das Entwicklungs- und Wiederaufbaupotential des Landes betrachtet.

 

Universität Kindu
Die Universität Kindu (Uniki – Université de Kindu) ist ein großes Gebäude im Zentrum von Kindu, das sehr einfach eingerichtet ist. Elektrische Energie und EDV-Ausstattung gibt es nicht. Auch die Bibliothek ist schlecht ausgestattet und könnte selbst Förderung vertragen.
Die ProfessorInnen kommen zum Teil per Flugzeug aus Kinshasa. Das macht das Studium einerseits teurer, sorgt aber auch dafür, dass der Abschluss gleichwertig mit dem der anderen Universitäten des Landes angesehen wird. Es gibt fünf Fakultäten: Recht, VWL, Agronomie, Medizin und Sozialwissenschaften. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Institute in Kindu, die Hochschulabschlüsse anbieten.

 
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Der Supermarkt von Kindu


Eindrücke aus Kindu

ein Fotoalbum


Frauen im Generationendialog: ein Theaterstück aufgeführt in Kindu

 


Das Hauptgebäude der Universität von Kindu