Mehr Mandelas möglich machen

Vom 16. bis zum 18. Dezember 2011 trafen sich junge Menschen aus ganz Deutschland zur
jährlichen Mitgliederversammlung und Bundestagung von Studieren Ohne Grenzen in Bonn. An
drei Tagen wurden im Gustav-Stresemann-Institut (GSI) wegweisende Entscheidungen für den
Verein getroffen und die Mitglieder in unterschiedlichen Workshops weitergebildet.
Studieren Ohne Grenzen (SOG) wächst auch im fünften Jahr seines Bestehens weiter. Über 60
engagierte Studentinnen und Studenten aus zwölf Städten stimmten am Wochenende für den
Beginn eines Stipendienprogramms im krisengeschüttelten Afghanistan. Damit wird das
Konzept, junge Visionäre zu fördern, auf ein drittes Land ausgeweitet. Das Ziel, durch Bildung
zu Frieden und Freiheit beizutragen, ist nicht utopisch - davon ist SOG-Gründer Felix Weth
überzeugt: „Ich bin der Meinung, dass es diese lokalen Mandelas gibt, die heroische Arbeit unter
extrem schwierigen Bedingungen leisten“. Um weiterhin transparent und unabhängig zu sein,
bekannte sich der Verein zudem zu ethischem Fundraising. Damit ist festgeschrieben, dass sich
SOG nicht zur Aufbesserung von angeschlagenen Firmenimages instrumentalisieren lässt.
Der Tübinger Student Marian Gutscher wurde einstimmig zum neuen Vereinsvorsitzenden
gewählt. Sechs weitere motivierte Vorstandsmitglieder werden ihm im kommenden Jahr zur Seite
stehen.
Zum Auftakt der anschließenden Bundestagung, finanziert mit Mitteln der Deutschen
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), erhielten die Studierenden einen etwas
anderen Blick auf internationale Kooperation durch einen Vortrag von Professor Dr. Wolfgang
Gieler. Der Wissenschaftler von der Okan Universität Istanbul sorgte in letzter Zeit durch seine
Streitschrift „Reguliertes Chaos Entwicklungszusammenarbeit“ für Aufsehen.
„Die Kooperation von GSI und SOG besteht seit drei Jahren. Die Mischung aus Input und
Workshops lässt die größtmögliche Eigeninitiative für alle Beteiligten zu. Dadurch wird intensiver
Erfahrungsaustausch angeregt“, so Gitta Geißler, Pädagogische Koordinatorin des Gustav-
Stresemann-Instituts.
Etudes Sans Frontières – Studieren Ohne Grenzen Deutschland e.V. ist eine gemeinnützige
studentische Organisation, die 2006 in Konstanz und Tübingen gegründet wurde. Mehr als 600
Studenten engagieren sich deutschlandweit in 13 Lokalgruppen für die Zielregionen Kongo und
Tschetschenien. In diesen Krisenregionen gibt der Verein jungen Menschen die Möglichkeit, ihr
Land aus eigener Kraft nachhaltig zu gestalten. Junge Menschen mit einer ambitionierten Idee
werden mit dem „Werkzeug“ ausgestattet, ihre Projektidee vor Ort umzusetzen. Neben der
finanziellen Unterstützung in Form von Studienstipendien sind dabei ideelle Förderung und
Investitionen in die Bildungsinfrastruktur ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Studieren
Ohne Grenzen.
Derzeit betreut der Verein über 60 Stipendiaten in der Demokratischen Republik Kongo sowie
zwei tschetschenische Stipendiaten in Tübingen.
