Hintergrundinformationen zur DR Kongo

 

Die Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (auch Kongo-Kinshasa genannt, von 1971 bis 1997: Zaire) ist ein Staat in Zentralafrika mit etwa 70 Millionen Einwohnern und ist etwa 6,6-mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland.

Die Geschichte des Kongo im Überblick

Die ersten Jahre nach der Unabhängigkeit des Kongo von Belgien im Jahr 1960 waren von politischer Instabilität geprägt („Kongowirren“), bevor Joseph Mobutu durch einen Putsch an die Macht kam und 32 Jahre lang das Land beherrschte. Kongolesische Flagge mit Schriftzug 'I Love Congo'
Der Völkermord in Ruanda 1994 löste auch im Osten des Kongo Unruhen aus und führte zu zwei Kriegen, in deren Verlauf Mobutu 1997 gestürzt wurde. Der neue Präsident Laurent Kabila wurde Anfang 2001 von einem seiner Leibwächter ermordet, woraufhin sein Sohn Joseph das Amt übernahm.
Offiziell wurde der Krieg, der schätzungsweise 3 bis 4 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, im Jahr 2003 mit der Einsetzung einer Übergangsregierung beendet. Aus den Wahlen 2006 ging Joseph Kabila als Wahlsieger hervor. Im Osten des Kongo dauern die Kämpfe zum Teil bis heute an.

Generelle Bildungssituation im Kongo

Die Bildungssituation im Kongo ist nicht optimal, aber auch nicht die schlechteste im Subsahara-Afrika. Mit einer Alphabetisierungsrate von 67% liegt der Kongo weit über Ländern wie Mali (46%) oder dem Niger (29%). Dennoch sind die Bedingungen für Schüler und Studierende im Kongo schwierig. Auch muss davon ausgegangen werden, dass die Bildungssituation im Osten des Landes, der von den Kriegen besonders stark betroffen war, deutlich schlechter ist.

Im Kongo gibt es sieben staatliche Universitäten und daneben weitere Einrichtungen höherer Bildung. Da ein Studium jedoch relativ zum Durchschnittseinkommen sehr teuer ist, haben die meisten KongolesInnen auch bei guten schulischen Leistungen keinen Zugang zu universitärer Bildung. Der Zugang zu höherer Bildung ist somit ein Privileg der Macht- und Geldelite, die hauptsächlich in Kinshasa – und Lubumbashi – vertreten ist. Der Ausschluss der sozial schwächeren Bevölkerung von höherer Bildung wird allgemein als sehr negativ für das Entwicklungs- und Wiederaufbaupotential des Landes betrachtet.

Kindu

Kindu ist die Hauptstadt der Provinz Maniema im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die stark unter den Kriegen zwischen 1996 und 2003 gelitten hat. Insgesamt fünf Jahre lang sind große Teile Kindus von verschiedenen Rebellentruppen besetzt gewesen. Belebter Straßenabschnitt in Kindu Trotz einer Größe von über 200.000 Einwohnern ähnelt der größte Teil Kindus einem großflächigen Dorf. Nur in der Innenstadt gibt es einige Straßenzüge mit teils mehrstöckigen Gebäuden aus Stein, vielen Geschäften und dem noch geschäftigeren Markt. In diesem Bereich liegt auch die Universität und einige ihrer Ableger.
Armut und Arbeitslosigkeit sind in Kindu sehr hoch, die Infrastruktur ist extrem schlecht. Erreichbar ist Kindu nur per Flugzeug oder mit dem alten Dieselzug von Lubumbashi, der für die Strecke ca. einen Monat braucht, also länger als ein Fahrrad. Geteerte Straßen gibt es nicht und die bestehenden Straßen sind nach spätestens 50 bis 100 Kilometern wegen zerstörter Brücken für größere Fahrzeuge unpassierbar.
Die schlechte Infrastruktur macht alle nicht lokal produzierten Waren sehr teuer. Noch immer ist ein großer Teil der Einwohner unterernährt. Zudem gibt es in Kindu kein Stromnetz und kein Wasserversorgungssystem, was die Lebensumstände in vielen Bereichen weiter erschwert.

Gruppenbild unserer Stipendiaten vor dem Gebäude der Universität Kindu

Universität Kindu

Die Universität Kindu (Uniki – Université de Kindu) ist ein großes Gebäude im Zentrum von Kindu, das sehr einfach eingerichtet ist. Elektrische Energie und EDV-Ausstattung gibt es nicht. Auch die Bibliothek ist schlecht ausgestattet und bedarf der Unterstützung beim Aufbau des Bücherbestandes.
Die ProfessorInnen kommen zum Teil per Flugzeug aus Kinshasa. Das macht das Studium einerseits teurer, sorgt aber auch dafür, dass der Abschluss als gleichwertig zu den Abschlüssen der anderen Universitäten des Landes angesehen wird. Es gibt fünf Fakultäten: Recht, Wirtschaftwissenschaften, Agronomie, Medizin und Sozialwissenschaften.
Seit Oktober 2007 fördert „Studieren ohne Grenzen“ Studierende an der Universität Kindu wie auch an anderen Einrichtungen in Kindu, die Hochschulabschlüsse anbieten.