Bibliothek in Kindu
Die Stadt Kindu war von den Kämpfen während der Kongokriege sehr stark betroffen. Trotz einer Einwohnerzahl von mehr als 200.000 ist die Stadt vom Rest des Landes und der Welt abgeschnitten.
Kindu hat jedoch eine Universität. Für die Studierenden besteht allerdings jenseits zweier kommerziell betriebener Internetcafés kaum die Möglichkeit zu akademischer Recherche. Die Universität Kindu selbst verfügt zum Beispiel nicht über eine eigene Universitätsbibliothek, es existieren lediglich einige wenige Bücher und etwa 50 Zeitschriften.
Studierende an der Universität in Kindu haben also praktisch keinen Zugang zu studienbezogener Fachliteratur. Für ein gutes Studium ist der Zugang zu geeigneter Fachliteratur aber unerlässlich, so dass sich auch unsere StipendiatInnen in diesem Punkt ganz konkret von uns eine Verbesserung gewünscht haben.
Wir planen daher in der Stadt Kindu die Einrichtung einer Bibliothek mit - nicht ausschließlich, aber hauptsächlich - studienbezogener Fachliteratur, die auf das Studienangebot in Kindu abgestimmt sein soll.
Ziele
Mit der Einrichtung einer Bibliothek möchten wir:
- unseren StipendiatInnen sowie anderen Studierenden in Kindu den notwendigen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur in englischer und französischer Sprache ermöglichen
- langfristig die Studienbedingungen verbessern, indem einerseits der Zugang zu Fachliteratur verbessert wird und andererseits zusätzliche Anstöße zur individuellen Weiterbildung geboten werden sollen
- einen Beitrag zur Demokratieförderung leisten. Wir glauben, dass Selbstbestimmung und die Fähigkeit zur Partizipation Wissen und Information voraussetzen. Der Aufbau einer Bibliothek ist damit auch ein Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit
Da die von uns zur Verfügung gestellten Mittel sicherlich nicht die Nachfrage von Anfang an umfassend werden decken können, möchten wir die Bibliothek Schritt für Schritt aufbauen und mit der Zeit der Zahl der Studierenden anpassen.
Konzept
Die Bibliothek ist als Präsenzbibliothek geplant und soll eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre sowie Raum für Recherchearbeiten bieten. Der Lesesaal und der Bücherbestand werden allen Interessierten offen stehen. So soll allen Bürgerinnen und Bürgern in Kindu die Möglichkeit zur Weiterbildung gegeben werden.
Die Bücherbeschaffung erfolgt über Spenden, die wir vor allem im französischsprachigen Raum erbitten wollen. Dadurch möchten wir gewährleisten, dass der Großteil der von uns erworbenen Literatur in der Landessprache verfasst ist. Nachdem wir in einer ersten Runde in Deutschland und Belgien in erster Linie Bibliotheken aber auch Verlage angeschrieben haben, ist unser nächster Schritt möglichst in Kooperation mit SOG Frankreich Verlage in Frankreich zu kontaktieren, da wir hoffen, auf diese Weise hochwertigere Spenden zu erhalten. In Heidelberg liegen bereits einige hundert Bücher bereit.
Insgesamt soll die Bibliothek Räumlichkeiten für ein Büro, einen Lesesaal und den Bücherbestand bieten. Über einen Kontaktmann einer lokalen NGO haben wir bereits geeignete Räumlichkeiten ausfindig gemacht, die wir sobald wie nötig mieten könnten. Zunächst müssen wir jedoch die vorgesehene Einstiegsmenge von 1000 Büchern erreichen und durch unsere aktuell laufenden Fundraisingaktionen die einmaligen Kosten für den Transport und die Einrichtung sowie die laufenden Kosten für Angestellte, Strom und Miete finanziell abdecken.
