Stipendienprogramm in Kindu
Das Stipendienprogramm
Seit Oktober 2007 unterhalten wir ein Stipendienprogramm in Kindu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Seit Beginn des Programms hat sich die Zahl der Bewerbungen bei unseren Auswahlrunden stetig erhöht. Für die Betreuung unserer StipendiatInnen vor Ort haben wir in Kindu ein kleines Büro.
Ziele des Projekts
Mit dem Stipendienprogramm in Kindu wollen wir
- motivierten jungen Menschen aus einer von Krieg gezeichneten Region neue Perspektiven bieten.
- Studierende vor Ort zu Gestaltern des Wiederaufbaus qualifizieren.
- durch die gezielte Förderung eigener Projektideen der StipendiatInnen einen Multiplikatoreffekt erzeugen.

Langfristiges Ziel: eine neue Bildungsgeneration
Mit dem Stipendienprogramm wollen wir auf lange Sicht auch dazu beitragen, dass eine Bildungsgeneration entstehen kann, die nicht aus der bestehenden Macht- und Geldelite stammt und die konstruktive entwicklungspolitische Absichten verfolgt. Dies halten wir im Kongo für besonders wichtig, da die bestehende Elite ihre Machtpositionen oft durch Korruption und zum Teil durch Kriegsverbrechen erlangt hat.
Aus diesem Grund ist auch der Standort Kindu besonders geeignet, da die Provinz Maniema zu den ärmsten des Landes gehört und der Osten insgesamt bei politischen Entscheidungen in der Hauptstadt oft vernachlässigt wird. Potentiale zu fördern ist deshalb gerade hier besonders wichtig.
Kriterien für die Förderung
Mit dem Stipendienprogramm in Kindu möchten wir junge Menschen und Studierende in Kindu fördern, die
- bedürftig sind,
- eine besondere soziale Motivation zeigen und sich möglichst bereits früher sozial engagiert haben sowie
- ein überzeugendes eigenes Entwicklungsprojekt vorschlagen.
Wir versuchen die Anteile von weiblichen und männlichen StipendiatInnen ausgeglichen zu halten, sie dürfen jeweils 60% nicht übersteigen.
Förderung der StipendiatInnen
Die finanzielle Förderung unserer StipendiatInnen umfasst die Übernahme von akademischen Gebühren und Studienmaterialien sowie einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten. Die Höhe der Förderung beträgt ca. 1.200 Euro pro Jahr.
Über die Weiterführung der Förderung wird jährlich neu entschieden; in der Regel läuft die Unterstützung bis zum Ende des Studiums. Alle StipendiatInnen müssen halbjährige Fortschrittsberichte in elektronischer Form abgeben, die Voraussetzung für die Fortsetzung ihrer Förderung sind. Von unseren StipendiatInnen erwarten wir außerdem, dass sie neben ihrem Studium zwei Stunden pro Woche für gemeinnützige Freiwilligenarbeit aufbringen.

Betreuung der Geförderten
Neben der finanziellen Förderung unterstützen wir unsere StipendiatInnen ideell bei der Durchführung ihrer Freiwilligenarbeit und der Planung ihrer Projekte, zum Beispiel bei der Suche nach außeruniversitären Kontakten für Praktika oder zur Unterstützung bei der Ausarbeitung ihrer Projekte.
Nach Möglichkeit sollen den StipendiatInnen außerdem zusätzliche Materialien zugänglich gemacht werden: Zur Durchführung der Freiwilligenarbeit stellen wir beispielsweise Stifte und Hefte für Alphabetisierungskurse zur Verfügung.
Kooperationspartner
Bei der Durchführung des Stipendienprogramms in Kindu profitieren wir von einer guten Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern.
Innerhalb des internationalen Netzwerkes von Studieren ohne Grenzen kooperieren wir mit unseren Schwesterorganisationen in Kanada und Spanien, so zum Beispiel bei der Durchführung der Auswahlrunden.
Unsere Kooperationspartner in Maniema und speziell in Kindu sind für uns wichtige Ansprechpartner für Informationen über die Region und die aktuellen Situation vor Ort. Außerdem arbeiten wir mit lokal verankerten Organisationen zusammen. Diese Zusammenarbeit betrifft vor allem die Bereiche der studienbegleitenden Freiwilligenarbeit, der Projektplanung unserer StipendiatInnen und der Veranstaltung von Workshops, die unseren StipendiatInnen wichtige Schlüsselkompetenzen vermitteln sollen. Beispielsweise konnten wir unseren engen Kontaktpartner von der GIZ in Kindu für einen Projektmanagement-Workshop gewinnen.
Ein weiterer wichtiger Partner ist die kongolesische NGO AJADE, die StipendiatInnen bei ihrer Projektplanung berät und mit uns bei der Veranstaltung von Workshops kooperiert. Im September 2010 war Herr Germain Musombo von AJADE zu Besuch bei der Lokalgruppe in Tübingen und informierte über die Arbeit von NGOs in Maniema. Dabei konnte auch eine weitere enge Zusammenarbeit besprochen werden.
Positive Effekte für die Region
Die primäre Zielgruppe, die wir mit unserem Engagement in Kindu erreichen, sind Studierende und SchulabsolventInnen, denen eine Ausbildung vor Ort ermöglicht wird. Durch die Projekte und Freiwilligenarbeit unserer StipendiatInnen erreichen wir aber eine wesentlich größere Zielgruppe. Unsere StipendiatInnen wirken als Multiplikatoren und somit profitiert eine ganze Region von der Förderung.
Insbesondere gilt dies auch für unsere Investitionen in die Bildungsinfrastrukturen. Über die Betreuung unserer StipendiatInnen hinaus leisten wir mit der Einrichtung eines Computerraums und dem Aufbau einer Bibliothek in Kindu einen Beitrag zum Bildungsangebot und tragen zur Verbesserung der Qualität der höheren Bildung in Kindu bei.
