Unser Partner vor Ort: Die lokale NGO "CADEP"
Die lokale, gemeinnützige Organisation CADEP ( Comité des Agriculteurs pour le Développement Participatif) setzt sich seit fast 20 Jahren für einen nachhaltigen Entwicklungsprozess der benachteiligten Region Nordkivu ein, indem sie die lokalen Landwirte durch technische und wissenschaftliche Beratung sowie durch Ausbildung unterstützt.

CADEP unterhält derzeit ein „bureau de coordination“ am Institut in Mweso sowie ein „bureau de liaison“ in der Provinzhauptstadt Goma, in dem Internet und moderne Arbeitsräume zur Verfügung stehen. Trotz der schwierigen Umstände in einer vom Krieg gezeichneten Region beharrt CADEP auf die Präsenz vor Ort, um Solidarität, Nachhaltigkeit und Engagement vorzuleben und zu fördern.
Geleitet wird die Organisation von Viateur Mujogo, der sein Studium der „Agrarwissenschaft und Entwicklung“ in Belgien nicht für eine Karriere in Europa nutzte, sondern sich aller Gefahren zum Trotz für die Rückkehr in seine Heimat entschied. Seither engagiert er sich im Wiederaufbau seiner Region.
CADEP widmet sich vor allem der Betreuung der Landwirte vor Ort. Dazu gehört neben der Ausbildung von Agronomen, deren fachlicher Begleitung, Hilfe und Unterstützung auch die Förderung von Nachwuchs. Eines der wichtigsten Ziele für CADEP ist die Bildungsaufgabe, die sich in der Begleitung und Beratung von jungen Schulkindern und ihren Familien sowie in der Förderung von Studenten äußert.
Vor allem der erschreckende Mangel an qualifizierten Agronomen veranlasste die NGO 2008 zur Wiedereröffnung des Agrarinstituts „Institut Supérieure d’Études Agronomiques (ISEA)“ in Mweso. Dort konnte mit Hilfe des Stipendienprogramms von Studieren Ohne Grenzen 2010 zum ersten Mal ein gesamter Jahrgang von 40 Studierenden die dreijährige fachpraktische Ausbildung der Agronomie beginnen. Ziel der agronomischen Ausbildung in Mweso ist die Qualifizierung lokaler Jungkräfte zur kompetenten Leitung agrarischer Betriebe sowie zum Wiederaufbau zerstörter Farmen. Inhalte des Studiums sind u.a.
- Land- und forstwirtschaftliche Produktions- und Transformationstechniken
- Produktionsplanung und –leitung
- nachhaltige Bewirtschaftung der Böden
- Auswahl und Vermehrung von qualitativ hochwertigem Saatgut
- Aufzucht und Haltung von Vieh
Zudem kann CADEP in all seinen Aktivitäten an seinem Querschnittsziel der „massiven Integration der Frauen in den Entwicklungsprozess“ gemessen werden. Die Professoren, die am Institut in Mweso unterrichten, gestalten ihre Seminare in Blöcken, da sie in der Regel eine weite Anreise zu bewältigen haben. In der Unterrichtszeit, in der sie dann in Mweso leben, werden sie von CADEP versorgt und unterstützt. Der Unterricht durch externe Professoren ist einerseits zwar teuer, andererseits sorgt er für ein Studium, dessen Abschluss als hochwertig und sehr hilfreich in der Führung agronomischer Betriebe und Farmen angesehen werden kann.
Der Kontakt zu CADEP entstand während des Aufenthalts eines Mitglieds von Studieren Ohne Grenzen in Mweso und entwickelte sich schnell zu einer produktiven Zusammenarbeit. Eine lokale NGO als Partner vor Ort zu haben, bedeutet für unser Projekt nicht nur logistische Vorteile. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die von innen heraus Entwicklungspolitik für ihre eigene Heimat betreiben, und ihnen dabei unterstützend zur Seite zu stehen, entspricht unserem Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe" mit dem Ziel nachhaltiger positiver Veränderungen. Außerdem stellen wir auf diese Weise sicher, dass unsere Projektarbeit im Sinne der Menschen vor Ort ausgestaltet wird.
